DSC_0001_klein

Inzwischen gibt es einige Irritationen, nicht nur in der Großmodellszene, da für Piloten mit Flugmodellen über 25 kg und einer ausländischen Zulassung der Betrieb dieser Geräte in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Aus rechtlichen, wie auch aus versicherungstechnischen Gründen können wir das bislang im Rahmen von Veranstaltungen angewandte Verfahren „Bestätigung der Lufttüchtigkeit für Flugmodelle über 25 kg Abflugmasse und ausländischer Zulassung“ nicht mehr durchführen!

Im Jahre 2010 hatten wir das vereinfachte Verfahren „Bestätigung der Lufttüchtigkeit“ in Absprache mit dem DAeC entwickelt, um ausländischen Piloten mit Flugmodellen über 25 kg Abflugmasse die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Flugmodelle auf bestimmten Veranstaltungen auch in Deutschland einsetzen zu können. Es diente letztendlich den Landesluftfahrtbehörden als Beleg für die Erteilung der Aufstiegsgenehmigung für die genannten Geräte, nachdem die Rechtmäßigkeit für die Ausstellung einer „Einfluggenehmigung“ für solche Geräte durch das LBA (Luftfahrt-Bundesamt), nicht mehr gegeben war.

Der DMFV und der DAeC sind als Beauftragter gemäß § 31c LuftVG nicht nur zuständig für die Musterzulassung, § 2 LuftVZO (Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung), sondern auch für die Sicherstellung und Bescheinigung der Lufttüchtigkeit bei Flugmodellen zwischen 25 kg und 150 kg, § 2 Abs. 1 Nr. 1 LuftGerPV (Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät).

Für die deutsche Zulassung eines Flugmodells über 25 kg sind die für das jeweilige Luftfahrtgerät anwendbaren Lufttüchtigkeitsforderungen (NfL II 21/11 – 24/11) maßgeblich, § 9, Abs.3 LuftGerPV. Hierin sind unter anderem zu erbringende Festigkeitsnachweise vorgeschrieben. Da jedoch bei Flugmodellen über 25 kg Abflugmasse und einer ausländischen Zulassung in den meisten Fällen keinerlei Nachweise vorhanden sind, die eine vereinfachte Zulassung ermöglichen würden, kann kurzfristig im Vorfeld einer Veranstaltung die Lufttüchtigkeit des jeweiligen Flugmodells nur durch eine Sichtprüfung und einen Prüfflug nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Nachdem das LBA,  das für die Rechts- und Fachaufsicht der beauftragten Verbände DMFV und DAeC zuständig ist, eindeutig festgestellt hat, dass das vereinfachte Verfahren „Bestätigung der Lufttüchtigkeit“ nicht der Beauftragung unterliegt, entstanden für sämtliche Prüfer zudem erhebliche rechtliche wie auch absicherungstechnische Probleme.

Auch wir bedauern diesen notwendigen Schritt. Unsere Pflicht zur Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften wie auch die Fürsorgepflicht gegenüber unseren Prüfern zwingt uns jedoch zu dieser Entscheidung.

Bereits 2010  hatte der DMFV im Rahmen der „Jet-Power“ ein Treffen mit Vertretern der Luftsportverbände unserer Nachbarländer organisiert, um ein abgestimmtes, annähernd einheitliches Verfahren zur Zulassung von Flugmodellen über 25 kg zu entwickeln. Ziel sollte sein, eine gegenseitige Anerkennung in Form einer vereinfachten Musterprüfung zu ermöglichen. Leider wurden gerade von Frankreich und England in der Folge keinerlei Anstrengungen unternommen, hier zu einem Ergebnis zu gelangen.

Im Vorfeld des Euroflugtages in Rheidt 2013 erfolgte nun die Abnahme eines Großmodells aus England nach den Vorgaben für eine deutsche Zulassung. Vielleicht öffnet ja diese Abnahme weitere Türen, um in nächster Zeit die Grundlage für eine „Anerkennung“ schaffen zu können.

Bei sämtlichen Fragen zu diesem Thema oder natürlich auch zu anderen Themen rund um den Modellflug und der Zulassung von Großmodellen stehen wir zur Verfügung. Rufen Sie an, schreiben Sie uns oder besuchen Sie eine der vielen Veranstaltungen, auf denen oftmals einer unserer Prüfer als Ansprechpartner anwesend ist.
Karl-Robert Zahn
(Referat Zulassung)